Setze mit lockeren Bewegungen die Richtung einer Flügelspitze, den Bogen eines Halms, die Krümmung einer Schnecke. Gestenlinien erfassen Energie und Richtung, bevor Details entstehen. Zähle Sekunden, begrenze dich auf drei bis fünf Striche, dann stoppe. Ergänze später kleine Hinweise: Schattendreieck, Lichtkante, Schwerpunkt. So fängst du Bewegung ohne Erstarrung und trainierst deine Hand, das Wesentliche zuerst zu setzen – besonders nützlich bei Wind, Insekten oder scheuen Vögeln.
Reduziere Komplexes auf Grundkörper: Kugel, Kegel, Zylinder, Quader. Ein Zapfen wird ein gestauchter Kegel, ein Käfer ein Oval mit abgeschrägtem Vorderteil. Setze Achsen und Winkel, prüfe sie gegeneinander, korrigiere früh. Wenn die großen Beziehungen stimmen, tragen wenige Strukturen weit: Segmentlinien, Schuppenrhythmus, Gelenkpunkte. So bleibt die Skizze konstruktiv, und du kannst spätere Bestimmungsschlüssel zuordnen, ohne dich in dekorativen Einzelnheiten zu verlieren, die kaum überprüfbar sind.
Arbeite mit begrenzter Palette: erdiges Gelb, gebrochenes Grün, kühles Blau, warmes Rot, neutrale Grautöne. Notiere Farbmischungen mit kurzen Rezepten, etwa „warmgrün = gelb + wenig blau + Spur rot“. Setze Farbe sparsam, um Volumen oder Material anzudeuten: wässrig für Glanz, trocken für Rauheit. Markiere Lichtquelle, um Schattenfolgen zu erklären. Farbnotizen helfen später beim Erinnern, ohne die Zeichnung zu überladen, und halten den Fokus auf Form und Lesbarkeit.